Unsere Einschätzung der Ereignisse am 03. September 2011

Die Grüne Jugend Dortmund sieht mit gemischten Gefühlen auf das erste Septemberwochende zurück.

 

Auf der einen Seite gab es zum ersten Mal seit Beginn des sogenannten "Antikriegstages" einen breiten Widerstand gegen den Naziaufmarsch. Erstmals wurde zu entschlossenen Blockaden zur Verhinderung des Naziaufmarsches aufgerufen. Dabei kooperierten unter anderem die drei Bündnisse Alerta, Dortmund Nazifrei und Dortmund stellt sich quer miteinader. Sodass statt der Spaltung des antifaschistischen Protestes eine gemeinsamen und vielfältige Protestkultur möglich wurde.

 

Auf der andere Seite wurde friedlicher und berechtigter Protest kriminalisiert und mit massiver Polizeigewalt unterdrückt. Ohne Ankündigung wurden Pfefferspray, Wasserwerfer und Knüppel unter anderem gegen Minderjährige und ältere Menschen eingesetzt. Auch genehmigte Versammlungen wie die Demo "Bunt statt braun" wurden gewaltsam aufgelöst.

Die Nordstadt wurde hermetisch abgeriegelt und sogar AnwohnerInnen wurde der Zugang zu ihren Häusern verwehrt. Auch der Zugang zu angemeldeten Kundgebungen wie dem Kirchenfest wurde sogar AnwohnerInnen verwehrt und somit das Versammlungsrecht massiv beschnitten. Hingegen konnten Neo-Nazis das Friedensfest in Dorstfeld stören und AntifaschistInnen bei der Abreise angreifen.

 

Darüberhinaus erreichten uns Berichte aus der Gefangensammelstelle der Polizei wonach Festgenommenen der ausreichenede Zugang zu Essen und Trinken verwehrt wurde. So berichtete ein Festgenommender, dass er innerhalb von elf Stunden nur einmal etwas zu trinken bekommen habe.

 

Die friedliche Sitzblockade an der Schützenstraße:

 

"Uns ist es gelungen, über sieben Stunden lang einen Teil der Demoroute der Nazis zu blockieren. Die Polizei drohte zwar zweimal eine Räumung der Blockade an, aber der Kooperation verschiedener PolitikerInnen mit der Polizei und der Anwesenheit von Presse und parlamentarischen BeobachterInnen ist es zu verdanken, dass es nie dazu kam. AnwohnerInnen versorgten uns mit Wasser und Essen.

 

Wir werden unsere Erfahrungen aus diesem Wochenende nutzen, um auch im nächsten Jahr gegen den Naziaufmarsch zu protestieren. Das Mittel "friedliche Sitzblockade" wird dann sicherlich wieder zum Einsatz kommen. Denn genau dieses Mittel hat sich auch an diesem Samstag als erfolgversprechend erwiesen, konnten wir doch immerhin verhindern, dass die Nazis eine der zentralen Straßen der Nordstadt als Aufmarschgebiet nutzen konnten. Zwar haben wir unser Ziel, den Aufmarsch komplett zu verhindern nicht erreicht, doch konnten wir ein starkes Zeichen setzen und signalisieren: "Dortmund ist nicht eure Stadt!"

 

Schade ist es da, dass es am Rande der verschiedenen Aktivitäten gegen Rechts zu Ausschreitungen kam. Es ist in unseren Augen unnötig seinen Protest gegen Rechts durch die Zerstörung von Polizeiwagen und den körperlichen Angriff auf Polizeibeamte zu äußern. Es ist nicht unser Ziel den Protest gegen Rechts mit derartiger Gewalt zu führen. Allerdings sehen wir auch eine deutliche Verbesserung gegenüber den Ausschreitungen in Dresden und Dortmund im letzten Jahr und hoffen, nächstes Jahr vollkommen friedlichen Protest gegen Rechts zu erleben. Denn auch 2012 werden die Nazis wieder versuchen in Dortmund aufzumarschieren.

Dann heißt es wieder: "Aktiv bleiben! Nazis? Nein Danke!"



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Am 10.5.2016 wird unsere Jahreshauptversammlung stattfinden

Sommer 2015 haben wir eine Bildungsfahrt nach Prag unternommen.

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